1938
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Zum Untergang des Vaterlandes Mein Vaterland ist begraben, nun wein' ich armer Gesell, Weil wir es begraben haben Auf höheren Befehl. Und Tausende stehn und weinen Und wollen das Grab nicht seh'n, Und Trost haben wir nur einen: Die Hoffnung aufs Aufersteh'n. Karwoche kommt, die trübe, Wir schließen uns trauernd ein, Doch nimmer stirbt uns're Liebe, Und einst muß Ostern sein.

Ein Gedicht aus dem Jahr 1938 gegen den Anschluss von Ludmilla Nowak, eine aus Hallstatt stammende Autorin und Heimatdichterin.

Franz Kössler war ein sehr bekannter und beliebter Musiker aus Hallstatt.
Er starb im Jänner 1936.
Der Volksliedforscher Karl Magnus Klier besuchte ihn in den 20er Jahren und bekam von ihm ein Notenbuch von "Hallstätter Tänzen".
Sie befinden sich heute in der Nationalbibliothek.
Mit diesem Notenbuch und viel Heimatforscher Know-how wurde 1926 die "Hallstätter Hochzeit" in der Urania veranstaltet.
Später wurde der Stoff der Hallstätter Tänze von Franz Salmhofer und Margarete Wallmann in dem Stück "Österreichische Bauernhochzeit" verarbeitet.
Das Schicksal der Künstler hinter dem Stück „Österreichische Bauernhochzeit“ einem 1934 uraufgeführten Ballett mit Gesang der Wiener Staatsoper war tief durch die politischen Umbrüche des Austrofaschismus, des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit geprägt.
Das Werk diente im Ständestaat dazu, eine österreichische Identität über Brauchtum auf der Bühne zu inszenieren.
Natürlich wurde es von den Nationalsozialisten verboten.
Die wollten die österreichische Identität auslöschen.
Das Wort "Österreich" war faktisch verboten.
Willy Fränzl: Der Solotänzer war ein Urgestein des Wiener Balletts. Er tanzte in der Uraufführung 1934, überstand die NS-Zeit an der Oper und übernahm nach dem Krieg die Neueinstudierung des Stücks als Choreograf. *
Nach dem 2. Weltkrieg wurde es, wieder mit großem Erfolg, jahrelang aufgeführt.
Die Bauernhochzeit war wichtig für die österreichische Identität.
Kollektiv Film, "Die erste Wiener Film Arbeitsgemeinschaft", bei der auch Franz Antel dabei war, wollte das Stück 1946 für den russischen Markt verfilmen.
Die Ortsgruppe Hallstatt der NSDAP wurde im Februar 1932 von Franz Binder, Sepp Zauner, Sepp Höplinger und Hans Bojanowsky gegründet.
Die Ortsgruppe Ebensee wurde 1922 gegründet und die in Bad Goisern 1924. *
Sommer im Salzkammergut
In diesem Film, der wahrscheinlich vor 1933 entstand, weht eine Hackenkreuzfahne neben der Österreichfahne am Seewirt.Ab 1933 verstärkte die NSDAP in Österreich ihre Terroraktionen. Nach einem Handgranatenanschlag im Juni 1933 bei Krems, bei dem ein Hilfspolizist getötet und 30 Menschen verletzt wurden, wurde die NSDAP in Österreich verboten. Bereits seit den 1920er-Jahren hatten Nationalsozialisten zahlreiche Anschläge und politische Morde verübt, für die sie teils nur geringe Strafen erhielten.
Die von Rechtsextremismus ausgehende Gewalt wurde und wird vielfach unterschätzt.
Die Februarkämpfe 1934 bedeuteten dann das Ende der sozialdemokratische Partei.
Interessante Webseiten über die Geschehnisse aus Ebensee:
Im Juli 1934 putschen die Nazis.
Die Aktionen im Salzkammergut konzentrierten sich vor allem auf Bad Ischl, Bad Goisern, Klachau (Bad Mitterndorf) und Steeg.
In anderen Orten scheiterte der Aufstand an der raschen Präsenz von Exekutiveinheiten oder der Verhaftung lokaler Anführer.
In Bad Ischl kam es zu schweren Gefechten zwischen Gendarmerie, Heimwehr, Militär und nationalsozialistischen Putschisten. Dabei wurde der Nationalsozialist Karl Traint erschossen und ein Polizist verletzt.
Unter Josef Pohnert rückten Aufständische aus Bad Aussee vor und überfielen bei Klachau (Bad Mitterndorf) einen Autobus des regierungstreuen Schutzkorps/Heimatschutzes.
In Bad Goisern konnten die Nationalsozialisten den Ort kurzzeitig kontrollieren und regierungstreue Kräfte entwaffnen. Nach dem Scheitern des Putsches in Wien und dem Eintreffen von Bundesheer und Heimwehr zogen sie sich in die Wälder und auf die Almen zurück. Bei den anschließenden Verfolgungen wurde der junge SA-Mann Martin Deubler von Heimwehrangehörigen aufgegriffen und getötet.
Beim Elektrizitätswerk in Steeg kam es zu einem Feuergefecht.
1938 wurde die Seestraße in Martin-Deubler-Straße und der Marktplatz zu Adolf Hitlerplatz umgenannnt!
In späteren NS-Darstellungen nach 1938 wurde dies auch als "Heimwehr-Mord an waffenlosen Gefangenen" propagandistisch ausgeschlachtet.
Salzburger Volksblatt: unabh. Tageszeitung f. Stadt u. Land Salzburg 5. Dezember 1938
Heimwehr-Mord an wehrlosen Gefangenen.
Sühne für den Mord an dem SA-Mann Deubler.a. Wels, 5. Dezember.
Mit einer kaum mehr zu überbietenden Brutalität haben so wie anderswo die „fürstlichen" Heimwehrwildlinge nach dem mißglückten Juli-Aufstand des Jahres 1934 auch in Goisern gehaust. Gegen wehr- und waffenlose Nationalsozialisten wurden wahre Treibjagden veranstaltet und in Goisern forderte eine solche Hetzjagd auch ein Todesopfer: der junge SA-Mann Martin Deubler mußte sein hoffnungsvolles Leben für Großdeutschland hingeben. Erst nach dem Umbruch war es möglich, die Schuldigen auszuforschen und ihr Verbrechen der gerechten Sühne zuzuführen. >>>Der Nazi-Terror ging weiter, unter anderem mit einem Bombenanschlag auf die Bad Ischler Trinkhalle 1934.
Der Gendarm Robert Hirt war zu Kriegsende 1945 ein wichtiger Akteur des Hallstätter Widerstands.
Er bekämpfte den Naziterror schon seit 1933. Seit sie eben verboten waren.
Im Mai 1937 wurde er nach Bad Ischl versetzt.
Revierinspektor Robert Hirt war kurz vor dem Anschluss an Nazideutschland Postenkommandant-Stellvertreter in Bad Ischl.
Am 2. März 1938, kurz vor dem Anschluss, versammelten sich eine Gruppe Nazionalsozialisten vor seiner Wohnung, Grazerstraße 11b, und schlugen einen Milizmann.
Hirt kam den Mann zu Hilfe.

Schon am Abend des 11. März 1938 beginnend, wurden in den darauf folgenden Wochen, insbesondere in Wien, von SA und SS rund 72.000 Menschen verhaftet, darunter Politiker der Ersten Republik, Intellektuelle, Funktionäre des Ständestaates und vor allem Juden. Die meisten wurden, von den Nationalsozialisten als Prominententransport bezeichnet, in das KZ Dachau deportiert. Jüdische Vereine wurden aufgelöst. (Von Wikipedia)
Am 12. März 1938 marschierten die Nazis in Österreich ein.

SA-Aufmarsch im März 1938, Foto Sepp Zauner (Pfeil).
Österreich war nicht das erste Opfer Hitlers! Es war Täter!
Schon in der Nacht vom 11. März begannen die Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung in Österreich. Diese wurden von örtlichen Nazis und der Bevölkerung ohne Befehl von Oben ausgeführt. Das lehrte die oberste NS-Führung was möglich war, und führte dann zur Reichsprogromnacht. Später dann zum Holocaust.
Arbeitersturm 2. April 1938
Versammlung des Kurorteverbandes.
Am Dienstag fand in Bad Ischl eine Versammlung der Vertreter des Verbandes der Kurorte und Sommerfrischen des Salzkammergutes statt, die, wie nicht anders zu erwarten, grundlegend verschieden von den früheren Versammlungen dieses Verbandes war.
Bezüglich der für das Salzkammergut, ganz besonders aber für Bad Ischl, so wichtigen Entjudung wurde beschlossen, sich an den in der Judenfrage vom Führer beauftragten Staatssekretär Dr. Keppler um Weisungen zu wenden.
Wie notwendig dies ist, zeigt ein Fall aus Goisern. Der dortige Sanatoriumsbesitzer, der Jude Horowitz, wollte bereits unter dem Schlagwort „Jüdisches Sanatorium" in den Zeitungen inserieren, was aber von der Gemeinde verboten wurde. Auf der Tagesordnung stand noch eine Fülle von Fragen zur Bearbeitung, die im Sinne des künftigen Fremdenverkehrsbetriebes „Deutsch in deutschen Landen" erledigt wurden.
Das "Zoblische Wohnhaus" wurde arisiert.
Aus den Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission.
"Arisierungen", beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Oberösterreich.
Daniela Ellmauer, Michael John, Regina Thumser.
Oldenbourg Verlag Wien München 1004
In der Sammelstelle A wurden ab 1960, 22 Anträge auf Rückstellung jüdischer Besitzungen eingebracht. In diesen Verfahren ging es meistens um einen Pauschal-Streitwert von öS 20.000.- Eine kurze Laufzeit – mit Verzicht auf Rückstellung und Erträgnisse – und rasche Abschlüsse in Form von Vergleichen zeichneten die Verfahren aus.Auf Seite 448 im Kapitel "Sammelstelle A" kommt Alfred Eichmann, der Besitzer dieses Hauses vor.
Über die Liegenschaft von Alfred Eichmann, alias Alfred G. Eyck, in Hallstatt 16, auch „Zoblisches Wohnhaus Nr. 1“ genannt, wurde von der Sammelstelle mit der Bildhauerin Gudrun Baudisch-Wittke ein Vergleich über öS 20.000,- abgeschlossen. Die Sammelstelle hatte sich zuvor mit dem in New York lebenden Vorbesitzer in Verbindung gesetzt und legte dem Gericht ein Schreiben vor, aus dem hervorging, dass Eichmann an einer „progressiven Gehirnarthosklerose“ litt und nicht mehr „in vollem Besitze seiner geistigen Kräfte“ war. Das Geld hätte er wahrscheinlich gerade deshalb umso dringender gebraucht.
Oberösterreichisches Landesarchiv, Sondergerichte, RK 5/60.Von Alfred Eichmann habe ich in Zeitschriften leider nur diese Geschichte gefunden.
Der im Nachbarhaus wohnende 80-jährige pensionierte Salinenarbeiter Johann Hemetzberger wurde Opfer eines Betruges. Aber auch beim Nachbar Eichmann fehlte einiges.
Welser Zeitung 26. Februar 1937
>>> verzecht, doch konnte durch das rasche Einschreiten der Gendarmerie dem alten Hemetzberger immerhin noch ein Betrag von 2836.84 S gerettet werden. Die Bobnitsch wollte gbauben machen, daß Hemetzberger in sie verliebt und mit ihr intime Beziehungen hatte, gab aber bei der Gendarmerie alsbald zu, daß es sich um einen Betrug an Hemetzberger handelte. Das war aber nicht die einzige Tat der Bobnitsch: denn während ihrer kurzen Anwesenheit im Hause Hemetzbergers verschwanden aus der Wohnung des Alfred Eichmann 8 Steppdeckenüberzüge im Werte von 16 S, >>> Hallstätter Nazis terrorisierten die Hallstätter Bevölkerung.
Der Sohn von Maria Gamsjäger, Wirtin des Gasthauses "Zum Dachstein", Erwin Lackner, elf Jahre alt, war ein "Judenmischling", wie es die Nazis formulierten.
Die Familie wurde vertrieben. Es passierte ohne Befehl.
Drei Tage später stand in der Zeitung:
Arbeitersturm 8. Juni 1938
Goisern — ein judenreiner Kurort.
Mit 3. Juni hat die Gilde der Handelsvertreter und Kommissionäre Oberösterreichs (Sitz Linz) die Geschäftsführung des Parksanatoriums Goisern übernommen, das bisher von dem Juden Doktor Anselm Horowitz geführt wurde. Es ist daher das Parksanatorium Goisern, das nun in ein Parkhotel umgewandelt wurde, nur mehr für arische Gäste geöffnet, ein Umstand, der für Goisern von größter Bedeutung ist, denn das jüdische Parksanatorum hätte weiterhin Juden nach Goisern gebracht.
Durch rasche Verfügungen, die Bürgermeister Pg. Hinterer einleitete, ist die Arisierung dieses Betriebes möglich geworden. Die Kurkommission Goisern hat übrigens allgemein verlautbart, dass Juden als Kur- und Sommergäste in Goisern unerwünscht sind.Der Naturforscher Ernst Haeckl, ein Freund Konrad Deublers gilt als Vordenker von Euthanasie, Eugenik und Rassenhygiene. *
Über die Familie Bergmann habe ich schon einen eigenen Beitrag geschrieben. >>>
Diese Tafel wurde an der evangelischen Kirche angebracht und erinnert an Else Bergmann.
Ihr Mann Hellmuth war der evangelische Pfarrer von Hallstatt.
Die Familie Bergmann bestand aus Else und Hellmuth Bergmann und ihren Kindern Ingeborg, Wilfried, Frithjof, Christa und Klaus .
Am 4. August wurde der Judenakt von Sepp Höplinger unterzeichnet.
(Ortsgruppenleiter und Bürgermeister in der Anfangszeit, später nur mehr Ortsgruppenleiter).

Die Medien wurden gleichgeschaltet und in den Dienst des NS-Staates gestellt
Es wurde eine totalitäre Diktatur errichtet, eine Form der Herrschaft die in alle Bereiche der Gesellschaft hineinwirkt.
Die NSDAP erfasste alle Frauen, Männer und Kinder in Organisationen der Partei.
Die "Volksgemeinschaft" wurde wichtiger als die persönliche Freiheit.
Mit Schlagworten wie »Blut«, »Rasse« und »Volksgemeinschaft« sowie sozialen Versprechungen gewann das NS-Regime auch zahlreiche Mitläufer.
Dr. Friedrich Morton war kein bloßer Mitläufer, sondern ein wichtiger NS-Propagandist im Salzkammergut.
Er stellte seine Forschungen in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda und veröffentlichte fast täglich in der gleichgeschalteten Presse. Neben Natur und Archäologie propagierte er wiederholt die vermeintliche Überlegenheit und das Heldentum der deutschen Kultur.
Als Dr. Franz Stroh ihn durch die Oberdonau-Zeitung ausrichtete, dass die Germanen erst zur Zeit der Römer nach Österreich kamen, wurde aus den Germanen "Illyrer, das arische Brudervolk".
Wie rechte Desinformation funktioniert, können wir gerade in der heutigen Zeit erleben.
Ich finde: Wenn sich, wie z.B. bei ServusTV, rechtsextremen Positionen und Schwurbel mit schöner Natur, Geschichte und sportlichen Leistungen vermischen, ist das rechtsextreme Propaganda mit dem Ziel die Demokratie zu zerschlagen.
Morton hat es schon damals gemacht.
Nach Morton ist ein Weg in Hallstatt benannt und dieses unten stehende Taferl kontextualisiert wohl eher ungenügend.

Morton setzte sich für den Anschluss ein.
Das österreichische Salzkammergut will dem Führer danken.
Fackeln brennen und leuchten, Fackeln verschwinden im Salzberge.
Das war vor dreitausend Jahren, als das oberösterreichische Kammergut unserer Heimat eine der berühmtesten Kulturen der Welt, die Hallstattkultur schenkte. Fackeln und Grubenlampen mit Unschlitt, mit Rübenöl und Karbid leuchteten durch die Jahrtausende, wenn die Schicht begann und die Häuer dem „Weißen Golde" mit Schlegel und Eisen an den Leib rückten.
So war es bei den indogermanischen Kelten, so bei den Germanen des Mittelalters und der Neuzeit, so ist es heute noch zu sehen, das wunderbare Bild der Grubeneinfahrt im österreichischen Kammergute.
Bild und Erleben, Symbol uralter Kultur, Zeichen tiefster Heimatsverbundenheit.Solch Stammbaum, der seinesgleichen sucht, verpflichtet.
Verpflichtet zu bester Arbeit unter Tag, zu treuer Pflege dreitausendjährigen Kulturgeschehens. Verpflichtet umsomehr, als jetzt endlich die Sonne der Arbeitsfreude und des Arbeitswillens, der Arbeitsmöglichkeit und der Arbeitsschätzung über unseren Bergen steht.
Pflicht jedes Deutschen ist es, seine Vorfahren zu kennen. Das Kammergut kann zurückblicken in graueste Vorzeit. Es wirft sich jubelnd dem brausenden neuen Lebensstrome in die Arme, es bietet sich und seine Kultur dem Befreier und Führer dar, es sieht im 10. April einen wunderbaren Festtag, den es in freudigster Bejahung erleben will.
Friedrich Morton (Hallstatt)>>> Die ganz besondere Bedeutung Hallstatts im Rahmen gesamtdeutschen Geschehens liegt aber vor allem darin, daß dieser Ort aus dem Heimatgau des Führers mit dazu berufen erscheint, das Auslandsmärchen von Barbarei und Unkultur der Germanen in früherer Zeit zu zerstören. >>>Deutsche Arbeitshelden in den Tropen
von Dr. Friedrich Morton>>> Hallstatt in Großdeutschland! Es brachte dem Führer als Morgengabe einen einzigartigen Stammbaum edelster Kultur, es brachte eine Ahnenreihe, die Jahrhunderte umfaßt, es zeigt der Welt, welche Schätze der Kultur, des künstlerischen Schöpfungswillens und völkischen Hochstandes in den deutschen Salzbergen ruhen. Dr. Friedrich Morton.>>> Von größter Bedeutung sind die Skelette, da von ihnen die Klärung wichtiger rassischer Fragen zu erwarten ist. Regierungsrat Dr. Friedrich Morton.Ein neues Grabfeld in Hallstatt. Uralte deutsche Salzkultur ersteht.
Von Regierungsrat Dr. Friedrich Morton.
>>> Erst die letzten Jahre erbrachten den Beweis, daß Hallstatt dem deutschen Volk noch ungeheure Werte gegeben hat, daß das Salzbergtal noch lange nicht erschöpft ist. Im Jahre 1938 wurde seitens des Hallstatter Museums durch viereinhalb Monate gegraben. Es gelang die Freilegung eines den vierten Jahrhundert vor der Zeitwende angehörenden großgermanischen Grabfeldes, das örtlich unmittelbar an das alte Grabfeld anschließt.Das vorgeschichtliche Hallstatt
Ein Überblick über den derzeitigen Stand unserer Kenntnisse.Friedrich Morton >>>Die Klarstellung von Dr. Franz Stroh
Germanisch - Vorgermanisch
Eine Klarstellung zu vorgeschichtlichen Funden
Immer wieder geschieht es, daß, vermutlich im Überschwang der Begeisterung, vorgeschichtliche Funde als germanisch bezeichnet werden, die mit dem Germanentum nichts zu tun haben. Die deutsche Vorgeschichtswissenschaft hat das germanische Siedlungsgebiet der Bronze-, Hallstatt- und Latene-Zeit genau festgelegt. Wer sich darüber unterrichten will, sehe sich die Karte, Abbildung 2, in Jörg Lechlers Buch "5000 Jahre Deutschland" an. Auf ihr ist zu ersehen, daß der ganze süddeutsche und noch ein Teil des miteldeutschen Raumes in prähistorischer Zeit nicht von Germanen besiedelt war.
Südwestlich von den Germanen saßen die Kelten, südöstlich die Illyrer. Kelten und Illyrer waren wohl Indogermanen, aber keine Germanen. Das Gebiet der heutigen Ostmark fällt aber so wie die Sudetenländer in den ehemaligen Siedlungsbereich der Illyrer. In den letzten Jahrhunderten vor Beginn unserer Zeitrechnung wurden die Illyrer durch die Ostwanderungen der Kelten überschichtet und keltisiert. Als die Römer am Beginn unserer Zeitrechnung ihre Herrschaft bis an die Donau vorverlegten, fanden sie hier eine illyrisch-keltische Mischbevölkerung vor.
Im letzten Jahrhundert vor der Zeitwende erreichten die Germanen die Rhein-, Main- und Donaulinie. Man denke an die Kämpfe des Suebenfürsten Ariovist mit den Römern am Rhein und an die Einwanderung der suebischen Markomannen in Böhmen im letzten Jahrzehnt vor der Zeitwende. Im Jahre 260 nach der Zeitwende durchbrachen die Alemannen den römischen Grenzwall zwischen Rhein und Donau und besiedelten ganz Südeutschland bis zum Lech, rund dreihundert Jahre später besetzten germanische Stämme aus Böhmen, die dann zum Stamm der Bajuvaren zusammenwuchsen, das Voralpenland südlich der Donau.
Die ersten germanischen Funde stammen in Oberdonau aus der Zeit der Römerherrschaft. Sie gehen auf germanische Söldner im römischen Kriegsdienst oder auf germanische Scharen, die auf römischem Provinzboden angesiedelt wurden, zurück. Der germanische Fundstoff erfährt dann im 6. bis 7. Jahrhundert durch die bayrische Landnahme einen großen Zuwachs und endet mit den Funden aus der Karolingerzeit. Die germanischen Funde unseres Gaues stammen daher aus dem 3. bis 9. Jahrhundert nach der Zeitwende. Im benachbarten Bayern ist es nicht anders. Alles, was aus der Zeit vorher stammt, ist daher vorgermanisch, und zwar in der Latene-Zeit keltisch, in der ihr vorhergehenden Hallstatt-Zeit illyrisch.
Kelten und Illyrer gehörten zur großen indogermanischen Völkerfamilie, zu der auch die Griechen und Römer, Balto-Slaven, Thraker, Perser und Inder zählen. Funde aus der Bronze- oder Hallstatt-Zeit bei uns als germanisch zu bezeichnen, erweckt bei den Volksgenossen ein falsches Bild von der urzeitlichen Besiedlung, das den historischen, beziehungsweise prähistorischen Verhältnissen nicht entspricht. Wir haben es auch nicht nötig, uns fremdes Kulturgut zuzuschreiben.
Dr. Fr. Stroh.Am 10. April war die "Volksabstimmung" über den Anschluss.
(Linzer) Tages-Post, 11. April 1938
Bad Ischl: St. 7231, Ja 7184, Nein 23, ung. 23.
Goisern: Stb. 3529, Ja 3519, Nein 5, ung. 5.
Hallstatt: Stb. 951, Ja 940, Nein 7.
Gosau: Stb. 982, Ja 980, Nein 1, ung. 1.Der Montag 11. April 1938
Abstimmungsergebnisse aus Gmunden.
Gmunden (Bezirk):
Stimmberechtigt: 45.673
Abgegeben: 45.620
Ja: 45.448
Nein: 107
Ungültig: 65(Linzer) Tages-Post 16. April 1938
Obertraun, wie uns aus Obertraun mitgeteilt wird, weist auch dort das Abstimmungsergebnis eine 100 procentige Wahlbeteiligung und ein 100 procentiges „Ja" für Großbeutschland und seinen Führer auf.
Masseninszenierungen statt demokratischer Mitbestimmung – Teil des Volkskörpers statt individuelle Freiheit.
(Linzer) Tages-Post 21. April 1938
Der 20. April in Bad Ischl
Aus Bad Ischl wird uns berichtet:
Am Vorabend des Führergeburtstages flammten Höhenfeuer auf und von den Bergen leuchteten Hakenkreuze. Unterdessen marschierte ein gewaltiger Fackelzug aus Mitgliedern der NSDAP und ihren Gliederungen bestehend, durch die Pfarrgasse zum Ausstellungsplatz. >>>Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte des Protestantismus in
Österreich: Hauptteil 2003
18. April 1938
Am Ostermontag 1938 musste in allen evangelischen Kirchen ein Dankgottesdienst abgehalten werden. Dazu hatten die Kirchen mit Hakenkreuzfahnen beflaggt zu werden, die traditionelle evangelische Kirchenfahne (weiß mit lila Kreuz) durfte nicht aufgezogen werden (ihre Verwendung wurde dann im Oktober 1938 endgültig verboten). Der Gottesdienst hatte mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessellied zu schließen.
Am 1. Mai 1938 trat das Ostmarkgesetz in Kraft.
Die Landeshauptleute wurden zu Reichsstatthaltern und die Länder zu Reichsgauen.
Das Ausseerland kam zum Reichsgau Oberdonau.
Als die Verkörperung des "Volksganzen" wurde der "Führer" dargestellt. In ihm vereinen sich gottähnliche Züge mit dem Bild des "volksnahen" Politikers und des heilsmächtigen Volkskönigs.
Kleine Volks-Zeitung 7. Mai 1938
Die große Viertelstunde meines Lebens
Als erster hat der Führer die Arbeiter seiner engeren Heimat, die österreichischen Arbeiter, begrüßt. Jeden fragte er, woher er komme, was er treibe, wie es ihm gehe und was seine Familie mache. Als er zu mir kam, machte ich so wie ich es mir vorgenommen hatte, in strammer Haltung Meldung:
„Mein Führer, Sturmführer Hofer aus Itzling bittet dem Führer, diese Holzfigur, ein Andenken aus Wöllersdorf, übergeben zu dürfen."
Der Führer nahm die Figur und betrachtete sie minutenlang. Ich meldete ihm auch, daß diese Figur vom Sepp Ebner aus Hallstatt in Wöllersdorf geschnitzt wurde und den illegalen Kämpfer in Österreich darstelle, der immer von der Parole geleitet war:
„Lieber tot als Sklave!"
Der Führer fragte mich, wo und wie lange ich eingesperrt war, und als ich ihm antwortete, daß ich einundzwanzig Monate in verschiedenen Gerichts- und Polizeigefängnissen Oesterreichs herumgeschleppt wurde, da nahm mich der Führer bei den Schultern und schüttelte mich.
Dabei schaute er mir so in die Augen, daß es mir durch und durch ging. Weißt du, was das heißt, wenn einem der Führer in Rührung schüttelt? Das geht über jede Vorstellung!
Nochmals drückte er mir zweimal fest die Hände, dann ging er zum nächsten. So hat der Führer und Reichskanzler gute drei Viertelstunden mit uns geplaudert und uns seine kostbare Zeit gewidmet. >>>
Das letzte Frohnleichnam.
Bis 1945 gab es in Hallstatt keine Seeprozessionen mehr.
Christliche Feiertage wurden durch den „Tag der Machtergreifung“ am 30. Januar, Erster Mai, Sommersonnenwende, Reichsparteitag, Reichserntedankfest und Wintersonnenwende ersetzt.

Ausbau der Schiabfahrt am Dürren. Robotarbeit der SA. Fotoalbum Sepp Zauner.
Mythos Wirtschaftsaufschwung Die wirtschaftlichen und sozialen Versprechungen der nationalsozialistischen Propaganda schienen sich im ersten Jahr nach dem »Anschluss« zu erfüllen.
Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) 10. Mai 1938
Straßen- und Brückenbauten im Salzkammergut.
Linz. 9. Mai. Im Hinteren Gosautal sind mehr als 100 Arbeiter damit beschäftigt die Straße zum Gosauschmied zu verbreitern und einen zweiten Parkplatz anzulegen.
In Hallstatt, Gmunden und Altmünster werden Straßenarbeiten durchgeführt, bei denen zahlreiche Arbeiter eingestellt werden konnten.
Bei Bad Ischl wurde bereits der Neubau der Pfandlbrücke in Angriff genommen. An der Salzkammergutstraße werden große Umbauten durchgeführt, bei denen allein zwischen Altmünster und Traunkirchen mehr als 400 Arbeiter eingesetzt werden. Gefährliche Kurven, wie beim Hotel am Stein und bei der Apotheke in Altmünster, werden völlig beseitigt.
Zu gleicher Zeit wird auch der Umbau im Zuge der Reichsstraße zwischen Bad Ischl und Ebensee in Angriff genommen, bei dem nicht weniger als 1000 Arbeiter Beschäftigung finden.
Auch die Schneiderwirtbrücke wird neu erbaut werden.
Für all diese Arbeiten wird zunächst ein Betrag von einer Million Reichsmark ausgeworfen.
Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) 13. Mai 1938
Ein Autotunnel für Hallstatt.
Die alte Salzstadt Hallstatt hat neben ihrer reizvollen landschaftlichen Schönheit auch noch eine andre, in der heutigen Zeit überraschende Eigenheit: Sie ist mit Auto nur schwer, besser gesagt, gar nicht erreichbar. Das ist durch die geographische Lage des Ortes begründet, der bekanntlich an einem steil in den See abfallenden Berghang fast wie angeklebt ist.
Besucher, die mit der Bahn kommen, werden mittels eines kleinen Dampfers oder mittels Booten über den See gebracht, und Autofahrer müssen vom benachbarten Steeg kommend, eine schmale Straße nehmen und dann knapp vor dem Ort an einem Parkplatz stehenbleiben.Um diesen vom Fremdenverkehrsstandpunkt sehr unangenehm empfundenen Zustand zu ändern, wurden bereits verschiedene Projekte erörtert, deren Verwirklichung aber daran scheiterte, daß diese eine Zerstörung des einzig schönen Ortsbildes durch Niederreißung einer größeren Anzahl von Häusern notwendig gemacht hätte.Nun will man eine solche Verschandelung des Ortes durch einen interessanten technischen Plan verhindern, der wohl recht kostspielig wäre:
Man will nämlich hinter dem Ort, also in den Berg hinein, einen Tunnel bauen, dessen Aufgabe die Aufnahme des Autoverkehrs nach und von Hallstatt sein wird.Die Entscheidung über diesen Plan soll bereits in nächster Zeit fallen.
Steirische Alpenpost 3. Juni 1938
Hallstatt. (Keine Arbeitslosen mehr.) Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Hallstatt nahm während der letzten vier Jahre, eins geradezu katastrophale Entwicklung an. Seit den geschichtlichen Märztagen ist diese Gefahr nicht nur gebannt, es geschah vielmehr binnen wenigen Wochen das Wunder, daß nunmehr alle Arbeitslosen und auch solche, die nie in einem Arbeitsverhältnis standen, in Beschäftigung stehen. Derzeit wird die Zufahrtsstraße nach dem Markt verbreitert. Der Kraftwagenpark, der dem zu erwartenden Fremdenverkehr in keiner Weise entspricht, wie auch alle anderen Vorbereitungen für die Saison werden ausgebaut. Die übrigen Straßenbaupläne— es wäre eine Autostraße, die oberhalb des Marktes errichtet wird, weiter die Fortsetzung der schon im Bau befindlichen Straße zu den Dachstein-Eishöhlen zu erwähnen— sind Gewähr, daß man den Begriff Arbeitslosigkeit in Hallstatt bald nicht mehr kennen wird. Für den erhöhten Reiseverkehr sind auch sonstige Verbesserungen im Gange. 
Plan von Dipl. Arch Sepp Höplinger zur Aufstockung der Hallstätter Schule, dem heutigen Gemeindeamt.
Aus dem OÖ Landesarchiv
Schon im März 1938 mussten die Schüler/innen der Hitlergruß anwenden.
Aus der Schulchronik der Volksschule Hallstatt aus dem OÖ Landesarchiv.
Oberlehrer Mayrhofer:
Ich will meine Arbeit, an dieser Schule mit einem Wort unseres geliebten Führers aus „Mein Kampf" beginnn, das mir auch über alle Hindernisse und Widerwärtigkeiten des Lebens hinweg helfen möge:
Wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer die er für dieses zu bringen bereit ist.
Auch die Kinder sollten sich für den Führer opfern.

Der Volkskörper ersetzte die Familie.
Militarisierung und ein totalitäres Gesellschaftssystem, war Ziel der nationalsozialistischen Erziehung.
Einer "totalen Erziehung", die auf Ideologie und "Vorbereitung für den Wehrdienst" beruhte.
Schule war das heutige Gemeindeamt. Turnsaal war ein Stadel neben dem Sudhaus, später wurde im Konsumvereinssaal geturnt.
Es gab 8 Schulstufen auf 4 Klassen aufgeteilt.
In der Schule wurde pseudowissenschaftliches Gedankengut gelehrt, Rassenkunde und Vererbungslehre standen am Stundenplan. Sport diente der Vorbereitung für den Krieg.
Die Fachschüler drechselten nachgemachte Stielhandgranaten für den Turnuntericht.
Außerschulisch:
Die 10- bis 14-jährigen Mädchen waren im Jungmädelbund (JM), die 10- bis 14-jährigen Jungen (Pimpfe) waren im Deutschen Jungvolk (DJ).
Der Bund Deutscher Mädel (BDM) und die HJ umfasste die 14- bis 18-jährigen.
In diesen Jugendorganisationen wurde Uniform getragen und es gab Dienstgrade.
Mitgliedschaft war ab 1939 Pflicht.
Oberdonau-Zeitung 26. Juli 1938
BdM.-Führerinnen-Kurs in Gosau.
In Gosau traf dieser Tage eine Gruppe BdM.-Führerinnen und Führeranwärterinnen im Jugendheim Gosau, aus Wien kommend, ein, 66 Mädchen werden die nächsten vier Wochen im Jugendheim Gosau frohe und lehrreiche Stunden verleben.Die katholische Mädchenschule in der Lahn wurde während der Sommerferien mit Druck aufgelöst.
Schulchronik der Volksschule Hallstatt, OÖ Landesarchiv.
Juli 1938
Der Kampf gegen die konfessionelle Schule wird von Seite des „kommisarischen Beirates“ der klerikalen Schule, Hauptschullehrer Kayer aus Goisern und von mir, wohl auch vom Ortsgruppenleiter Höplinger und den D.A.F.-Leiter Binder – von diesem am wirksamsten – geführt.
Leider steht uns, wegen der Kürze der Zeit, fast nur das Mittel der Einschüchterung zur Verfügung: Öffentliche Angestellte und Parteigenossen dürfen ihre Kinder nicht in die konfessionelle Schule stecken! >>>
Schulchronik Hallstatt vom OÖ Landesarchiv.
Kraft durch Freude
Das Ziel der KdF war es, dem deutschen Volk Leistungskraft zu verleihen. Gesunde Freude vor allem am Sport sollte dem „arischen“ Arbeiter Kraft geben, einerseits zur Stärkung der Volkswirtschaft, andererseits aber auch, um aus den Deutschen ein kriegstüchtiges Volk zu machen. Aus Wikipedia
Oberdonau-Zeitung 25. Juli 1938
KdF.-Urlauber nun endlich auch in Gosau.
Endlich sind sie gekommen! Auch ins obere Salzkammergut, nachdem wir in den letzten Wochen wegen der Ankunft von KdF.-Urlaubern, als ständige Wohngäste, nicht nur als flüchtige Durchzügler, einige Male bitter in unserer freudigen Erwartung getäusch wurden. Programmäßig lief der erste KdF.- Zug aus dem Gau Magdeburg-Anhalt im Bahnhof Steeg-Gosau ein, begleitet von lebhaften Böllerschüssen aus der Gegend von Goisern. Zur Begrüßung der ersten KdF.-Urlaubsgäste hatte die Ortsgruppenleitung der NSDAP, über der Straße vor dem Gemeindeamt ein sinniges Transparent errichtet. Die Urlauber waren sofort von der Schönheit dieses allerdings etwas abgelegenen Hochgebirgstales begeistert, und die Hoffnung wird uns nicht enttäuschen, daß die ersten KdF.-Gäste in Gosau reichlich zufrieden sein werden.Der Tourismus im Salzkammergut veränderte sich grundlegend.
Jüdische Stammgäste wurden ausgeschlossen und enteignet, während die bisherige Sommerfrische zunehmend einem staatlich gelenkten Massentourismus wich. Organisationen wie „Kraft durch Freude“ brachten organisierte Reisegruppen aus dem Deutschen Reich in die Region. Auch Hotels und Gasthöfe wurden ideologisch ausgerichtet.
(Linzer) Tages-Post 18. August 1938
Unser Fremdenverkehr
von Roman Pilz / Obertraun
>>> Das man in einem kleinen Ort, der früher von Juden förmlich gemietet war und in deren Besitz der größte Teil von Landhäusern steht, zu Beginn der heurigen Saison einen kleinen Ausfall an Fremden sehen konnte, ist doch eine ganz natürliche Augenblickserscheinung. Und sehen wir genauer hin, wer jammert: Nicht der Gastwirt, der ja solche Besuchsschwankungen immer zu gewärtigen hat. Die raunzten, waren Leute, die früher ihr Haus für den ganzen Sommer über an einen Juden vermieteten, was natürlich bequemer war, als wie tag- oder wochenweise die Gäste wechseln zu müssen. Es sind aber meist Leute, die nur für ihr eigenes Ich Interesse haben. >>>
KdF.-Reisegruppe Foto: Sepp Zauner
Totalitarismus
Die Diktatur zum Mitmachen.
Das Hilfswerk Mutter und Kind (MuK) hatte die Aufgabe Babys, junge Mütter und Schwangere zu betreuen.
Die NS.-Frauenschaft erledigte ehrenamtlich diese Arbeit. Sie richteten sich dabei z.B. nach dem Buch: Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.
Ein Zitat:"
Nach der Abnabelung wird das Kind erst einmal beiseitegelegt und für 24 Stunden in einem abgedunkelten Raum frei von Nahrung und fern der Mutter verwahrt."
Oberdonau-Zeitung 26. September 1938
Bad Ischl. (NS.-Hilfswerk „Mutter und Kind".)
Im Sitzungssaale des Gemeindeamtes Bad Ischl fand am 21. September ein Schulungsvortrag für die Ortsgruppen Bad Ischl, Ebensee, Goisern, Gosau, Hallstatt und St. Wolfgang über das Hilfswerk „Mutter und Kind" statt. Pgn. Müller sprach in zweistündigen Ausführungen über die Aufgaben und Ziele dieses Hilfswerkes, das wohl zu einem der wichtigsten und grundlegendsten im Staate gehört.Es gab wöchentlich Frauenschaftsabende. Anwesenheit mindestens einmal im Monat war Pflicht. Es ging um die Vorbereitung als Hausfrau und Mutter.
Oberdonau-Zeitung 23. November 1938Die Frauenschaft in Hallstatt veranstaltete am 19. November ihren ersten Pflichtabend: Ansprachen hielten die Ortsführerin Pgn. Gretl Mayrhofer, die auch das Wirken ihrer Vorgängerin Pgn. Lore Wallner würdigte, und Pgn. Trawöger, welche das Wesen der Frauenschaft zergliederte.Der Naziterror erreicht die Hallstätter
Oberdonau-Zeitung 1. Oktober 1938
Gemeinschaftsempfang in Hallstatt.
Montag, den 26. September marschierten SA, HJ, DJ. auf dem Adolf-Hitler-Platz in Hallstatt auf, um in einem Gemeinschaftsempfang die Rede des Führers zu hören.
Mit großer Begeisterung wurden die Worte des Führers aufgenommen.
Jeder SA.-Mann gelobte sich, sowie es Dr. Goebbels dem Führer versicherte, hinter dem Führer zu stehen und seine Befehle treu, gehorsam und begeistert zu erfüllen.
Nach Schluß der Übertragung hielt Sturmführer Sepp Zauner eine kurze Ansprache an die SA.In dieser auch international übertragenen Radioansprache forderte Hitler:
die Abtretung der deutschsprachigen Sudetengebiete an das Deutsche Reich,
griff Präsident Edvard Beneš und die Tschechoslowakei scharf an und drohte mit Krieg.
Die Rede Hitlers steht auf S. 2 des Völkischen Beobachters, 27. September 1938
Karl Vockenhuber verweigerte bei diesem Gemeinschaftsempfang der von der SA mitgeführten Fahne den Gruß und zeigte auch sonst offen seine ablehnende Haltung gegenüber der NSDAP.
Er äußerte auch vorher im Gasthaus zum Touristen etwas gegen den Krieg.
Einen Tag später : Am 27. September 1938 wurde deshalb wegen des Verdachts kommunistischer Betätigung seine Wohnung von Hallstätter Gendarmen durchsucht, jedoch ohne Ergebnis. Aufgrund des Verdachts von Kontakten zu Kommunisten wurde Vockenhuber noch am selben Tag verhaftet und um 20 Uhr dem Amtsgericht Bad Ischl überstellt.

Aus den Buch: Widerstand und Verfolgung in Oberösterreich. © 1982 by DÖW, Wien. Aus Band 1: Seite 287
ANZEIGE DES GENDARMERIEPOSTENS. HALLSTATT AN DAS AMTSGERICHT BAD ISCHL GEGEN KARL VOCKENHUBER WEGEN KOMMUNISTISCHER BETÄTIGUNG,· 29. 9. 1938 (25)
In letzter Zeit machte sich unter der hiesigen Arbeiterschaft eine gewisse Unruhe bemerkbar. Durch die sogenannte Flüsterpropaganda wurden Berichte ausgestreut, daß der Führer nur auf Eroberungen ausgehe, daß die Tschechen ja auch Arier seien usw. Durch die gegenwärtig ohnehin gespannte Lage sind derartige Gerüchte geeignet, eine noch größere Unruhe in die Bevölkerung zu bringen. Daß diese Gerüchte nur von den Kommunisten und den radikalen Sozialdemokraten ausgehen können, ist klar. Im Einvernehmen mit der hiesigen Ortsgruppenleitung der NSDAP wurden in dieser Richtung die Erhebungen gepflogen. >>>Ganzer Text:
Durch die Drohung Hitlers kam es zum Münchner Abkommen. In der Nacht vom 29. auf den 30. September 1938 unterzeichneten:
Adolf Hitler (Deutsches Reich),
Neville Chamberlain (Großbritannien),
Édouard Daladier (Frankreich) und
Benito Mussolini (Italien).
Die Tschechoslowakei war nicht eingeladen.
...die Abtretung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich.
Beginn der deutschen Besetzung des Sudetenlandes ab dem 1. Oktober 1938.
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Hitler hat seinen Krieg noch nicht bekommen.
Diesen Zeitungsbericht von. 1. März 1938 hab ich auch noch von Karl Vockenhuber gefunden.
Allgemeine Automobil-Zeitung 1. März 1938
Durch den zeitgemäßen Ausbau der Gebirgsstraßen wurde das Kraftfahrwesen in den entlegenen Landesteilen und Gebirgstälern rasch, ausgebreitet, und die vielen neuen Kraftfahrer des schönsten Teiles des Salzkammergutes, des Gebietes um den Hallstätter See, fassten die Beschlüsse zur Bildung von Ortsgruppen des Oberösterreichischen Automobil-Clubs.
Die Gründung der Ortsgruppe Hallstatt fand am 12. Februar 1938 im Hotel „Zum grünen Baum" in Hallstatt statt.
Als Obmann wurde Herr Hotelier Kainz, als Schriftführer Herr Franz Jungwirth, als Kassier Herr Karl Vockenhuber, als Sportwart Herr Franz Böck, als Sportwartstellvertreter Herr Johann Kitzmüller gewählt.
Als Klubheim wurde das Hotel Kainz in Hallstatt bestimmt. Der neuen Ortsgruppe harren viele große Aufgaben, die mit dem Ausbau der Dachsteinstraße zusammenhängen werden.
Die Obertrauner Schulchronik aus dem Oberösterreichischen Landesarchiv:
3. 10. 1938: Die zweite Großtat unseres Führers in einem Jahr. Die Sudetendeutschen Brüder und Schwestern kommen Heim ins Reich. Wir fühlen mit den nun heimgekehrten die Größe dieses Augenblickes und erkennen erneut, was uns unser Herrgott in unserem Führer gab.Ein paar Tage nach der Verhaftung von Karl Vockenhuber, in der ersten Oktoberwoche, wurden 16 Hallstätter wegen des Verdachtes kommunistischer Betätigung, vom Arbeitsplatz weg, verhaftet.
Salzburger Volksblatt: 20. Januar 1939
Wels, 18. Jänner.
(Verleumder aus Schwachsinn.)
Im Oktober v. J. mussten in Hallstatt und Umgebung, etwa zwanzig Personen infolge einer Anzeige des Hilfsarbeiters Karl Stammler in Strafuntersuchung wegen Verdachtes des Hochverrates genommen werden. Schließlich ergab sich die Haltlosigkeit der Anschuldigungen. Stammler, bisher unbescholten und gerichtsärztlich als Psychopath befunden, wurde zu zwei Monaten schweren Kerkers verurteilt.Gibt es einen Zusammenhang zwischen Vockenhuber und dieser Geschichte?
Die Nazis haben sehr viele Pazifisten umgebracht und in KZ's gesperrt.Das Strafrecht wurde zum politischen Kampfinstrument.
Die Justiz hatte der Politik zu folgen.
Die Nationalsozialisten beseitigten rechtsstaatliche Grundsätze und unterstellten die Justiz der Ideologie der „Volksgemeinschaft“ und dem Willen des „Führers“. Gesetze dienten zunehmend der Verfolgung politischer Gegner und der Durchsetzung rassistischer Ziele. Die Justiz schuf dabei den Anschein von Gesetzmäßigkeit, während sie zugleich NS-Verbrechen ermöglichte und legitimierte.
Die Sturmabteilung war eine paramilitärische Kampforganisation,
Die Hallstätter SA hatte die Nummer: 24 J/6
Oberdonau-Zeitung 24. November 1938
SA.-Besichtigung in Hallstatt
Am 19. November fand in Hallstatt die Besichtigung des SA.-Sturmes 24 J/6 durch den Führer der Jägerstandarte 6 Anton Zwettler statt. Es waren hiezu die SA.-Männer aus Hallstatt und Obertraun unter dem Führer des Sturmes Sepp Zauner angetreten. Der Standartenführer überzeugte sich von den Fortschritten des Sturmes und hielt eine Ansprache über die Aufgaben der SA. Nach dem Vorbeimarsch auf dem Adolf-Hitler-Platz brachte der Standartenführer seine vollste Zufriedenheit zum Ausdruck.
9. November Novemberprogrom

Gauleiter des Gaues Oberdonau war August Eigruber
NSDAP - Kreisleitung Gmuden
Kreisleiter:
Josef Holzberger 1938
Bäuerl ab Oktober 1938,
Stellvertretender Kreisleiter für Bäuerl: Eidner
Martin Gittmaier
Wilhelm Stichnoth ab 1944
Die Hallstätter Parteifunktionäre:
(Unvollständig)
Ortsgruppenleiter: Sepp Höplinger
später Franz Eder Bergmeister
Bürgermeister: Sepp Höplinger
D.A.F. Leiter später Franz Binder Salinenarbeiter
Schulungsleiter: Erich Ressel Oberbergrat
Propagandaleiter: Erich Pregant Zahntechniker
Ortsgruppenleiter der D.A.F. (Deutsche Arbeits Front):
Leopold Zierler Sudarbeiter
SA Führer: Josef Zauner Bergmeister
Johann Bojanowsky Jugendwart HJ
Frauenschaftsführerin: Grete Mayrhofer
Vorgängerin Lore Wallner
Ortswalter NSV (NS Volkswohlfahrt)
Georg Stadler
Es gab in Hallstatt 17 belastete Personen. (Funktionäre)
Der US. National Archives Catalog veröffentlichte die Namen aller Mitglieder der NSDAP.
Hier ist schon bei der Suche Hallstatt eingestellt:
Darausgeht hervor:
Eine eigene Obertrauner Ortsgruppe dürfte es nicht gegeben haben; die Obertrauner Nationalsozialisten waren der Ortsgruppe Hallstatt zugeordnet.
Steirische Alpenpost 15. Juli 1938
NSDAP.
Die Kreisamtsleiter und Ortsgruppenleiter des Kreises Gmunden bestellt.
In den Stab des Kreisleiters Josef Holzberger in Gmunden wurden folgende Kreisamtsleiter bestellt:
Kreisgeschäftsführer, Organisations- und Personalamts leiter: Franz Reitter. Gmunden;
Schulungsleiter: Doktor Theodor Großegger. Bad Ischl;
Propagandaleiter: Ing. Lothar Puxkandl, Gmunden;
Presseamt: Dr. Oskar Grebe. Gmunden;
Kassenleiter: Adolf Schraml. Bad Aussee;
Amt für Kommunalpolitik: Adolf Lechner, Pinsdorf;
landw. Fachberater: Alois Müllegger. Bad Ischl;
Deutsche Arbeitsfront: Felix Urstöger, Goisern;
Amt für Volkswohlfahrt: Hans Spitzer. Gmunden;
Kreisfrauenführerin: Alina Bodenstab, Gmunden;
Amt für Beamte: Rudolf Tiefenbrunner. Gmunden;
Amt für Erziehung: Erzieher Hans Fischer, Gmunden;
Kreisbeauftragter für Kriegsopfer: Gustav Kunisch, Gmunden;
Amt für Technik: Dipl.-Ing. Adolf Scharmüller, Gmunden;
Amt für Volksgesundheit und Amt für Rassenpolitik: Dr. Franz Hörnisch, Ebensee;
Kreiswirtschaftsberater: Egon Diller, Gmunden.
Der Gauleiter hat nachfolgende Parteigenossen mit der kommissarischen Leitung der Ortsgruppe beauftragt:
Ortsgruppe Gmunden-West: Karl Gaigg; Gmunden-Nord: Karl Reuhauser, Gmunden-Südost: Hugo Dahle;
Altmünster: Otmar Ledinegg;
Grünau: Josef Steinmaurer;
Gschwandt: Wilhelm Wittmann;
Kirchham: Josef Arsprunger;
Laakirchen: Karl Danner;
Ohlsdorf: Josef Autengruber;
Pinsdorf: Adolf Lechner;
St. Konrad: Josef Holzinger:
Traunkirchen: Leopold Wutscher;
Diechtwang: Karl Blaschek;
Vorchdorf: Rudolf Peterbauer;
Bad Ischl „Saureis-Unterberger": Anton Kaindlsdorfer, Herrengasse;
Bad Ischl „Karl Traint": Ludwig Höllwerth, Rettenbach;
Ebensee-Ost: Hermann Heißl; Ebensee-West: Rudolf Loidl;
Goisern: Johann Hinterer:
Gosau: Paul Gamsjäger;
Hallstatt: Sepp Höplinger;
Sankt Wolfgang: Johann Hödlmoser;
Bad Aussee: Sepp Haim;
Altaussee: Franz Thalhammer;
Straßen: Georg Stingl;
Pichl: Hans Zand. Kainisch;
Mitterndorf: Sepp Kölblinger;
Grundlsee: Franz Hillbrand.




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